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Diva with a masters
Jetzt wo ich zwei Wochen Abstand von meiner Masterarbeit über Tagebucheinträge und Blogbeiträge habe, kann ich mich langsam wieder ans Tagebuch- und Blogposts-Schreiben herantasten. In den letzten zwei Wochen war ich ein 12-jähriger Junge, der Sommerferien hat (aber niemand von seinen Freund:innen hat Sommerferien :-/).
Ich habe eine liebe, liebe Freundin in Leipzig besucht, bin mit einem lieben Freund aus dem Bachelorstudium in unsere Unistadt gefahren und war einen Tag lang am nächsten Meer (Nordsee natürlich). Meine Sommer Outfits bestehen aus T-Shirt mit irgendeiner Grafik – heute z.B. einem Bild vom Krümelmonster –, Jorts, weißen Tennissocken und wahlweise schwarzen Hi oder dunkelblauen Low Chucks. In meiner rechten Hosentasche befindet sich at all times mein Fingerskateboard (noch 1-2 Kneipenabende und ich kann einen Ollie!) und in meiner linken Hosentasche Kabelkopfhörer (bin irgendwie Opfer der Kabelpropaganda geworden, aber meine AirPods regen mich auch einfach nur noch auf ok). Meine Knie sind geschmückt von blauen Flecken und meine Schienbeine zieren Kratzer, deren Ursprung ich nicht so ganz zurückverfolgen kann. Ich arbeite zwei mal die Woche in einem Gastro-Job, den ich dermaßen verachte, dass ich mir Szenarien ausdenken muss, um die Schichten auszuhalten (ist das Shifting oder Maladaptive Daydreaming..?) und den Rest der Zeit mache ich was. ich. will.
Und ich will:
- Körbe werfen im Park
- mit dem Skateboard durch meinen Stadtteil fahren
- im Freibad Eis essen und Uno spielen
- im Badesee Angst vor Algen haben, aber trotzdem schwimmen
- leckeres alkoholfreies Bier und hin und wieder alkoholischen Cider vom Fass trinken
- möglichst viele Freund:innen in ihren Städten besuchen
- möglichst wenig im Bett und auf der Couch liegen

Es ist magisch, es ist wunderschön, es sind Sommerferien.
Zum Glück zähle ich vor allem Leute, die keinen geregelten 9 to 5, Mo-Fr Job haben zu meinen Freund:innen, deshalb gibt es jeden Tag eine Person, die mit mir gemeinsam Sommerferien hat.
Und so könnte ich den ganzen Sommer, mein ganzes Leben verbringen.
Aber leider, leider leben wir in einem kapitalistischen System mit einem menschenverachtenden Bundeskanzler und ich muss mir einen richtigen Erwachsenen-Job zulegen. Falls wer wen kennt usw usf…
An dieser Stelle danke ich meinen Eltern, ohne die ich derzeit wohnungslos wäre und der Pharmaindustrie für Bupropion 150mg, ohne das mein ADHS-Gehirn dieses Studium erst in etwa 5 Jahren abgeschlossen hätte <3
Ich wünsche allen, die das lesen, einen wunderschönen 12-jähriger Junge Sommer und eine Phase in ihrem Leben, in der sie genau die sein dürfen, die sie sind.
LG und bis bald,
Lola