Tagebuch
-
1111
Super ewig nicht mehr gemeldet, weil die Uni angefangen hat und ich erst wieder lernen muss, mit so viel Stress umzugehen. Das Leben ist funky und macht meistens Spaß, aber ich bin oft super erschöpft und brauche viel mehr Zeit für mich als ich je gedacht hätte. Mir fällt auf, wieviel introvertierter ich mit den Jahren geworden bin und wie wenig socializen ich aushalte, ohne körperliche Schmerzen zu bekommen. Zum Beispiel hatte ich in der letzten Woche zwei mal Migräne, obwohl ich das sonst super selten habe! Und ich habe zwei mal meinen Nacken verknackt, erst die rechte, dann die linke Seite.
Gute Nachrichten sind aber, dass ich jetzt wieder in einer Schreibwerkstatt bin und alle zwei Wochen eine Deadline für einen neuen Text habe! Die erste Deadline hab ich knapp verpasst und für die nächste sollen wir eine Gruselgeschichte schreiben, was ich noch nie gemacht habe, also mal sehen…
An Halloween war ich als meine Katze Jamal verkleidet und eine Freundin hat mich dazu passend geschminkt. Es gab Altbierbowle und Horrorgeschichten von Operationen. Aber weil wir alle so introvertiert und langweilig sind, war die Party schon vor Mitternacht vorbei und wir sind alle nach Hause gefahren. Am nächsten Tag habe ich dann so viel geschlafen, als wäre ich wirklich meine Katze und kam überhaupt nicht aufs Wachsein klar. Die low-energy-phase wurde eingeleitet und ich muss aufpassen, dass ich überhaupt noch genug wach bin, um meine To Dos abzuarbeiten. Die Kälte draußen (und vor allem drinnen, ich hab das Gefühl in der Wohnung ist es noch kälter??) macht es auf jeden Fall nicht einfacher, das Bett zu verlassen. Diese Woche habe ich glaub ich mehr Uni geschwänzt als teilgenommen.
Heute ist der 11.11. und ich habe alle Karnevalmuffel dazu überredet, was zu starten, bin jetzt aber am unmotiviertesten von allen. Also zwinge ich mich gleich mal, mich fertigzumachen und bete, dass morgen kein Migräneanfall droht.

Die Autorin als ihre Katze verkleidet auf einem Balkon. Weiße Plüschsocken, kurze weiße Hose, Satinoberhemd, ein grauer Schwanz und Katzenohren. -
ich habe verlernt zu romantisieren
therapie schön und gut, therapie hat mir geholfen, ja.
ich bin nicht mehr panisch, wenn ich einkaufen gehen muss; ich kann für meine hygiene sorgen, ohne dass es zum zwang wird und ich kann lachen, ohne dass es düsterer witze über depressionen und ihren etwaigen ausweg bedarf.
doch ein teil von mir ist in der therapie abhanden gekommen und den finde ich auch nicht mehr wieder. selbst wenn ich alle fortschritte rückgängig machen würde, indem ich mir beispielsweise ein drogenproblem zulege, käme ich nicht mehr an den punkt, an dem ich mein leben so sehr aus den angeln heben kann, dass es einen rosafarbenen glitzerfilter verpasst bekommt und ich nichts mehr ernst nehme. so habe ich es ausgehalten für 8€ die stunde in einer pommesbude zu arbeiten und nebenbei zu studieren, ohne dass meine beine wehtaten.
jetzt tut jede kleinste aufgabe, die ich eigentlich ungern machen würde, in den beinen weh. zum beispiel letztens, als ich einen job hatte und zwei tage, bevor ich anfangen sollte, eine nervenzusammenbruch dafür sorgte, dass ich den arbeitsvertrag aufheben ließ. ich konnte nicht mein silly little makeup auftragen, mit links dissoziieren und mit rechts die bahnverbindung raussuchen. dann einfach so zur arbeit gehen und mir dabei vorstellen, dass ich in einem film lebe. die therapie hat mich dessen beraubt. beim besten willen kann ich nicht einfach aufhören die realität als solche wahrzunehmen. die realität ist fucking depressing, seit ich es nicht mehr bin.
ich wünsche mir so sehr diese fähigkeit wieder, und das obwohl ich weiß, was sie verursacht hat. ich hasse meine freundinnen und ich habe noch nie geliebt. die alte depression war so gütig und lieb zu mir, melancholisch und sentimental. die neue ist fucking nuts und will, dass ich aussteige, keinem tschüss sage und in einer haselnussschale eingesperrt auf mein ende warte. ich bin so wütend auf alles um mich herum und heule nicht mehr, weil ich so ein jammerlappen bin. ich bin fucking wütend!!! lasst mich alle in ruhe, ich kann euch nicht leiden. ich wünschte, das wär mein whatsappstatus. stattdessen ist er “bitte keine sprachnotizen ich hab whatsapp burnout”.
ps: fick groß-kleinschreibung. lg
-
Horní Planá: Stifter. Prag: Kafka
Ich war im Urlaub – 10 Tage in einem großen Haus am See Lipno in Südböhmen und 3 Tage in Prag. Im Ort, in dem das Haus steht, in dem ich gewohnt habe, ist Adalbert Stifter geboren und aufgewachsen. Ich finde es immer sehr spannend, an Orten zu sein, deren Landschaft mich inspiriert und zu erfahren, dass ein bekannter Schriftsteller in diesem Ort gelebt hat. Das wusste ich fairerweise schon seit Jahren, da meine Familie regelmäßig den Sommer in diesem Haus am See verbringt. 2018 oder 2019 war ich mit meinem Vater schon mal im Adalbert Stifter Geburtshaus, das zu einem Museum gemacht wurde. Es ist sogar Anfang des 20. Jahrhunderts abgebrannt, aber wurde liebevoll wieder aufgebaut. Auch dieses Jahr sind wir ins Adalbert Stifter Museum in Horní Planá (auf deutsch Oberplan) gegangen. Im unteren Teil konnte man sehen, wie die Familie Stifter gelebt hat und wie Adalbert dazu kam, zu schreiben. Ich fühle mich sehr verbunden mit diesem Ort; allgemein mit Südböhmen; und habe jede Zeile der ausgestellten Gedichte über die Natur und Umgebung aufgesaugt. Dadurch blieb mir für den Rest der Ausstellung nicht genügend Zeit, aber die Geschichte des Ortes kannte ich schon vom letzten Besuch.
Danach sind mein Vater und ich zum Supermarkt gefahren und haben uns alkoholfreies Bier mit Geschmack (Tschech*innen scheinen anstatt Limonade entweder Wasser mit Geschmack oder alkoholfreies Bier mit Fruchtsaft zu trinken) und Berliner gekauft und sind zum Adalbert Stifter Park gefahren. Ich schreibe die ganze Zeit gefahren, nicht weil wir faul sind, sondern weil es unfassbar heiß und bergig war, glaubt mir bitte 😆
Oben haben wir das Bier und die Teilchen genossen und sind noch ein wenig umher spaziert. Alles in allem ein sehr schöner Ausflug (ich habe mich im Haus zu dem Zeitpunkt ziemlich eingeengt gefühlt und das ist das schlimmste Gefühl für mich – nicht fliehen zu können und abhängig zu sein – deshalb bekomme ich auch Panikattacken in Flugzeugen und manchmal sogar in ICEs), der meine Laune gehoben und meinen Kopf entspannt hat.
In Prag haben meine Eltern beschlossen, dass ich den Ton angeben darf, weil ich seit ich ganz klein war nicht mehr für länger als ein paar Stunden in Prag war, und meine Mutter hat es bereits nach unserem ersten Stop ein wenig bereut. Ich hab sie natürlich erst ins Franz Kafka Museum und am nächsten Tag ins Mucha Museum geschleppt. Meine Mutter hatte gedacht, ich möchte vielleicht die Prager Burg sehen oder eine Bootsfahrt auf der Moldau machen… Für mich sind Museen, besonders von bekannten Schriftsteller*innen, das Highlight in jeder Stadt. Sorry Mama (mein Vater kann es verstehen; von ihm habe ich das wohl geerbt). Das Kafka Museum war natürlich super toll, aber es war leider sehr heiß und voller Menschen. Trotzdem habe ich einiges mitnehmen können und habe mir beim Bier danach direkt seine Tagebücher auf medimops bestellt. Übrigens tolle Seite für gebrauchte Bücher für wenig Geld!
Genau diese Tagebücher plane ich heute zu lesen, nachdem ich gestern „DieSchwestern Brontë“ von Maletzke und Schütz beendet habe.

-
Animal Crossing & Wein
Leben ohne Antidepris läuft gut. Ich versuche nach wie vor, mich abzulenken, rauszugehen, Freund*innen zu sehen und viel zu lesen. Gerade lese ich Die Mandarins von Paris von Simone de Beauvoir und Aus dem Berliner Journal von Max Frisch, dabei sollte ich Papyrus lesen 😆
Ich bin leider etwas angeschlagen und fahre am Samstag in Urlaub, daher war ich heute nicht beim Cheerleader Training. Stattdessen habe ich endlich die Netflix Serie Cheer angefangen, um Motivation für den Sport zu sammeln. (Ich bin allgemein ein unmotivierter Mensch wenn’s um Sport geht und Cheerleading ist der einzige Sport, der mir je wirklich Spaß gemacht hat.)
Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten; dafür bekommt ihr aber heute ein paar Fotos von den letzten Tagen.

-
Sommer !!
Ich wäre gern die Person, die gute Playlists macht. Aber ich bin die Person, die mit einem Ohrwurm von einem Lied aufwacht, das sie seit 20 Jahren nicht gehört hat. Oft Klatschspiellieder aus dem Kindergarten.
Ich setze gerade meine Antidepressiva ab; bin jetzt eine Woche ohne und bis auf Schwindel und brain zaps geht es mir gut. Die brain zaps sind schon weniger geworden, fast weg. Der Schwindel ist noch da, wird aber auch immer weniger. Heute Morgen bin ich aufgewacht, habe den korrekten Artikel von „pub“ gegoogelt und bin wieder für zwei Stunden eingeschlafen. Tag und Nacht zerbreche ich mir den Kopf darüber, warum die Stammgänger vom Pub, in dem ich wohl auch schon Stammgänger bin, diese Kneipe „die Pub“ nennen. Tomma sagt, das ist vermutlich „the male urge, alles zu verniedlichen und Weiblichkeit zu kontrollieren„. Ich stelle mir lieber vor, dass es daran liegt, dass diese Kneipe, der Pub, starke Girlbossenergy hat. Genug rumgenz-t.
Ich lese gerade Das Blut der Anderen von Simone de Beauvoir; das Buch habe ich vor einigen Monaten aus einem Bücherschrank mitgenommen. Falls ihr nicht wisst, was ein Bücherschrank ist: in jedem Stadtteil stehen mehrere öffentliche Schränke, in die jede_r Bücher, die sie_er nicht mehr benötigt, reinstellen kann. Und jede Person, die eins von den Büchern haben möchte, darf sich bedienen. In meiner Stadt kümmern sich sogar Pat_innen darum, dass Bücher, die schon ewig drin stehen, wegkommen und dasskeine unangebrachten oder stark beschädigten Bücher drin stehen. Jedenfalls, das Buch, das ich mir dort vor Monaten, vielleicht sogar einem Jahr, herausgenommen habe, ist super schön geschrieben. Ich hatte, als ich es mitgenommen hab, noch nie was von Simone de Beauvoir gelesen, es aber schon länger vor gehabt. Es passte nicht in meinen Leseflow, aber jetzt ist der perfekte Moment. Ich habe im letzten Jahr erst Memoiren einer Tochter aus gutem Hause (absolute Empfehlung!) und Die Mandarins von Paris gelesen und bin komplett begeistert von Das Blut der Anderen. Vermutlich findet ihr demnächst eine Rezension dazu auf meinem Blog.
Stichwort Rezension – ich habe vor einiger Zeit ein Buch bei lovelybooks gewonnen und muss es jetzt lesen… Es passt leider überhaupt nicht in meinen Leseflow, da es ein Sachbuch ist und zeitlich in der Antike angesiedelt ist. Ist gerade einfach nicht mein Vibe 🙁
Ich muss jetzt in die Stadtbib, tschüssi 😆
-
Donnerstag !!
Heute ist der Abiball von meiner Schwester und ich bin aufgeregt, aber freue mich unheimlich für und auf sie. Der Tag bisher bestand viel aus Selfcare und schreiben; jetzt mache ich mich fertig, um zu meinen Eltern zu fahren.
Weil heute ein Feiertag ist und durch das 9€-Ticket sowieso alles sehr voll wird, nehme ich den längeren, aber zuverlässigeren Weg und fahre mit zwei Bussen. Ich hoffe sehr, dass ich unterwegs nicht dringend pinkeln muss 😆 (Ist mir leider schon ein paar Mal zu oft passiert).
Ich habe gestern Die Fahrt hinaus zu Ende gelesen und fange heute mit Papyrus an! Bin sehr gespannt, da es ein Buch über Bücher ist – und ihr wisst, wie sehr ich auf Sekundärliteratur stehe 😉
Muss mich leider jetzt verabschieden, aber dafür gibt es einen längeren Mix zu hören: das ist mein allerliebstes Techno Set und ich höre eigentlich keinen Techno.
-
Pfingsten
Ich habe so viel prokrastiniert, dass ich hier auf der Seite ein Problem erst gelöst habe, als es schon so schlimm war, dass ich keinen Zugriff mehr auf mein Dashboard hatte. Und das Problem hab ich auch nur mit Hilfe vom Support meines Hosters gelöst 😆 weil ich eine hilflose kleine Frau bin 😥
Nunja, es gibt auch genügend Updates über mein Leben schätze ich. Ich habe einen Plan für die nächsten paar Monate mit meiner Therapeutin ausgearbeitet, den ich hier aber nicht preisgeben kann, weil es zu Problemen führen könnte. Das Jobcenter hat mir die letzten Wochen Bauchschmerzen bereitet, wieder mal ging es um Geld und Schulden und inkasso, aber das ist jetzt geklärt.
Ich habe mit B in einem Waldhotel übernachtet, gesponsert von der Rheinbahn, die nachts vor unserem Haus irgendwas an den Straßenbahnschienen geschweißt hat und uns somit einen gratis Urlaub ermöglicht hat. Danke Rheinbahn <3 Bilder von unserem Hotelausflug (wir haben es unser Malle Urlaub 2022 genannt) findet ihr unten.
Ich habe zwei neue Tattoos, eine Trauerweide am Oberarm und ein Derealisationstattoo am Schienbein. Momentan warte ich darauf, dass ein Kumpel mir seine Masterarbeit schickt, damit ich sie auf Rechtschreibfehler korrigieren kann. Allerdings trinke ich grad mit B auf entspannt ein Bier (sie ein Glas Wein) und ich hoffe, er beeilt sich damit, bevor Gin Tonic meinen Gaumen berührt.
So, das war’s fürs erste, ich wollte euch ein Lebenszeichen von mir senden und sorry dafür sagen, dass ich zu einem solchen Prokrastinator herangewachsen bin 🙂

-
Wochenende Party Hard
Meine Hände zittern irgendwie, alles ist schwer. Aber mir geht es gut! Ganz gut. Die letzten Tage waren anstrengend aber schön. Seit gestern ruhe ich mich aus, aber gleich wird die Wohnung geputzt. Ich weiß nicht, wie drei Menschen so viel Dreck machen können, aber wir schaffen es, die Wohnung innerhalb einer Woche von blitzblank auf Müllhalde herunterzuwirtschaften. Ich frage mich oft, ob meine eigene Wohnung auch so aussehen würde. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, aber nur weil ich nie kochen würde. Die Küche ist die größte Baustelle, hier wird nichts weggemacht, wenn man mit Essen zubereiten fertig ist und die Krümel, Flecken und dreckigen Pfannen stapeln sich. Ich bin nicht unschuldig an dem Ganzen. Aber wenn ich alleine wohnen würde, würde ich mich nur von Instantnudeln ernähren und die machen ja keinen Dreck. Es ist gut für meine Gesundheit, dass ich in einer WG wohne aber schlecht für den Hang zur Sauberkeit. Geben und Nehmen, nicht wahr.
Ich verzweifle momentan wieder mehr an meiner Arbeitslosigkeit. Wenn irgendwer das hier liest und einen Teilzeitjob für mich hat, von dessen Gehalt ich leben kann, HMU! 🙁
Ich kriege nur Zusagen von Jobs, für die ich weit überqualifiziert bin und es nervt. Würden die genug Geld einbringen, okay, aber es sind Knochenjobs mit Mindestlohnvergütung, also weniger als ALG 😕
Aber genug über die Schattenseiten meines Daseins gemeckert, heute treffen wir uns mit Freund:innen und dem Internetfreund aus dem Saarland. Morgen wird beim Umzug geholfen, ich bin jetzt schon k.o. Und nächste Woche bin ich auf drei Konzerten! Habe ich schon erwähnt, dass ich Panik bekomme bei Konzerten? 😎 Es wird garantiert aufregend hehe.
Allen, die das lesen, ein schönes Wochenende <3
-
Mittwoch
Es gibt einige Änderungen in meinem Leben, aber trotzdem ist alles beim alten. Mir geht es nach langer Zeit wirklich gut, weil ich längst überfällige Entscheidungen getroffen habe. Letztes Wochenende war ein Film. Meine besten Freundinnen haben mich und B. vor der Haustür überrascht mit der Nachricht, dass wir am nächsten Morgen ins Phantasialand fahren würden. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind, so sehr habe ich mich gefreut und so sehr konnte ich nicht einschlafen. Im Gepäck hatten sie außerdem einen Internetfreund aus dem Saarland, den wir endlich in Echt kennengelernt haben. Der Ausflug ins Phantasialand war super, und obwohl ich da schon etliche Male war, war das unter den Top 5 Phantasialandbesuchen jemals. Den Tag darauf waren wir in einer Kneipe, weil der Freund von T. Geburtstag gefeiert hat. Es war ein Durcheinander, aber hat sehr viel Spaß gemacht und mir gezeigt, wie schön das Leben ist, wenn man die richtigen Menschen um sich hat. Ich hab mich pudelwohl gefühlt und es war magisch.
Seitdem tut mir allerdings mein ganzer Körper weh und ich glaube, ich brauche endlich wieder Physiotherapie 🙂 Die Tage fühlen sich nicht real an und ich dümple so vor mich hin, als würde ich auf irgendwas warten. Der Impuls, Alkohol zu trinken ist groß, wenn ich derealisiert bin; ich nehme an, das ist mit Selbstmedikation gemeint. Alkoholisiert pendelt sich die Realität mit dem Empfinden irgendwie besser ein als nüchtern. Wenn ich auf meinem Balkon sitze, sehe ich keine Bäume, Vögel, Häuser und den Himmel. Ich sehe eine Wand aus Papier, auf die Bäume, Vögel, Häuser und ein blauer Himmel projiziert werden. In solchen Momenten bin ich sehr froh, dass ich keinen Job habe, weil ich weiß, wieviel Angst es produzieren würde, jetzt Verantwortung übernehmen zu müssen. Das habe ich schon oft genug erlebt. Gibt mir auch das Gefühl, dass ich für nichts außer mich selbst (und meine Katzen) verantwortlich sein sollte. Was natürlich Quatsch ist, denn für Außenstehende wirke ich ganz „normal“, so wie immer, komplett unauffällig.
Ich hoffe einfach, die Derealisation hört bald auf und ich komme wieder zurecht.
-
Freitag
In meiner WG läuft’s gerade nicht so rund, weil ich mich aus einer Abhängigkeitsbeziehung zu befreien versuche. Mein Herz wird ständig gebrochen und deshalb ist die drei der Schwerter im Tarot meine Karte! Meine Freundin hat mir zum zweiten Date sogar Ohrringe mit der Tarotkarte geschenkt! Ihre persönliche Karte ist Der Narr, was auch sehr gut passt.
Ich bin ziemlich nervös vor dem heutigen Tag! Meine beste Kindheitsfreundin hat vor ein paar Monaten ein Kind bekommen und ich treffe sie nach dem Seminar zum ersten Mal seit bestimmt anderthalb Jahren. Ich freue mich, sie zu sehen, aber bin auch nervös, weil ich es immer noch nicht begreifen kann, dass sie einen Menschen geschaffen hat. Sie ist die zweite Person aus meinem engeren Kreis, die ein Baby bekommen hat, was schon ein wenig verrückt ist, wenn man bedenkt dass ich ’schon‘ 27 bin.
Nachdem wir gequatscht haben, wird sie mich zum Hauptbahnhof fahren und ich nehme den ICE Richtung Rheinland-Pfalz (glaube ich? Vielleicht ist es auch eher Hessen). Dann lerne ich den Cousin von meiner Freundin kennen und gehe auf meine erste richtige Dorfparty! [Ich war Ende 2019 schon mal auf einer, aber das war ein traumatisches Ereignis, weshalb ich erstens nicht mehr genau weiß, wie es war und ich zweitens beschlossen habe, dass es nicht zählt]. Meine Freundin darf keinen Alkohol trinken, weshalb ich entweder nüchtern und sozialphobisch bleibe oder für uns beide trinken werde, mal sehen. 😆
Jedenfalls habe ich beschlossen, mir dieses Wochenende freizunehmen vom Grübeln und mich selbst Verurteilen. Bin gespannt ob das klappt 😎
Miley Cyrus hat heute ein Live Album rausgebracht und mein Papa hat mir sofort geschrieben, ob ich das schon angehört hab. Als ich 12 war hat er mir Mileys erstes Album auf CD gebrannt 😥 <3 Und noch heute weiß er genau, wie sehr ich sie liebe!
